Grammatik

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    Lateinische Grammatik

    Deklinationen, Adverbien, Adjektive, Konjugationen, Pronomen, Kasus, Präpositionen, regelmäßige und unregelmäßige Verben ... Bei so vielen verschiedenen Fachtermini und Themengebieten kann man schnell den Überblick verlieren. Aber keine Panik! Im Folgenden werden dir diese Begriffe näher vorgestellt, damit du beim Lateinlernen stets den Durchblick behältst.

    Deklination von Substantiven

    Das Wort Deklination stammt vom lateinischen Verb declinare und bedeutet „beugen“. Beim Deklinieren geht es also darum, dass lateinische Substantive gemäß den Kategorien Kasus (Fall), Numerus (Anzahl) und Genus (Geschlecht) gebeugt werden. Im Lateinischen existieren verschiedene Deklinationen:

    • a-Deklination (Beispiel: domina – die Herrin)
    • o-Deklination (Beispiel: dominus – der Herr)
    • konsonantische Deklination (Beispiel: rex – der König)
    • i-Deklination (Beispiel: turris – der Turm)
    • gemischte Deklination (Beispiel: ovis – das Schaf)
    • e-Deklination (Beispiel: res – die Sache)
    • u-Deklination (Beispiel: exercitus – das Heer)
    • griechische Deklination (Eigennamen wie Aeneas und Orpheus)

    Adjektiv und Adverb

    Ebenso wie Substantive können auch Adjektive dekliniert werden. Mit Adjektiven wird ausgedrückt, wie ein Gegenstand oder eine Person ist. Deshalb werden sie auch Eigenschaftswörter genannt. Adjektive können gesteigert werden. Wie im Deutschen existieren dafür drei Steigerungsstufen:

    • Positiv (pulchra puella – das schöne Mädchen)
    • Komparativ (pulchrior puella – das schönere Mädchen)
    • Superlativ (pulcherrima puella – das schönste Mädchen)

    Adverbien hingegen werden von Adjektiven abgeleitet und beschreiben die Umstände einer Handlung näher. Wie Adjektive können sie gesteigert werden:

    • Positiv (Magister celeriter orat. – Der Lehrer redet schnell.)
    • Komparativ (Magister celerius orat. – Der Lehrer redet schneller.)
    • Superlativ (Magister celerrime orat. – Der Lehrer redet am schnellsten.)

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    Pronomen

    In einem Satz verwendet man Pronomen anstelle eines Nomens bzw. eines Substantivs. Sie stehen für Gegenstände, Namen, Personen, Tiere usw. Deshalb werden sie auch Fürwörter (lat. pro = für) genannt. Die meisten Pronomen sind deklinierbar, d. h. sie können wie Substantive gebeugt werden:

    Personalpronomen = persönliche Fürwörter:

    • ego – ich
    • tu – du
    • is, ea, is – er, sie, es
    • nos – wir
    • vos – ihr
    • ei (ii), eae, ea – sie

    Possessivpronomen = besitzanzeigende Fürwörter:

    • meus, -a, -um – mein
    • tuus, -a, -um – dein
    • suus, -a, -um – sein
    • noster, -a, -um – unser
    • vester, - a, -um – euer
    • sui, -ae, - a – ihr

    Reflexivpromonem = rückbezügliche Fürwörter:

    • sui – seiner, ihrer
    • sibi – sich
    • se – sich
    • se – von sich

    Demonstrativpronomen = hinweisende Fürwörter:

    • hic, haec, hoc – dieser, diese, dieses
    • ille, illa, illud – jener, jene, jenes
    • is, ea, id – dieser, diese, dieses
    • iste, ista, istud – der da, die da, das da

    Relativpronomen = bezügliche Fürwörter:

    • qui, quae, quod – der / welcher, die / welche, das / welches

    Interrogativpronomen = Fragewörter:

    • Quis? – Wer?
    • Quid? – Was?
    • uter, -a, -um – Welcher / welche / welches von beiden?

    Korrelativpronomen = vergleichende Fürwörter:

    • tot ... quot – so viele ... wie
    • talis ... qualis – so ... wie
    • tantus ... quantus – so groß ... wie
    • tantum ... quantum – soviel ... wie

    Indefinitpronomen = unbestimmte Fürwörter:

    • quivis; quisque– jeder
    • aliquis; quisquam; ullus – irgendeiner, irgendjemand
    • quidam – ein gewisser, jemand bestimmtes
    • nemo – niemand
    • nihil – nichts
    • nullus – kein / keiner

    Pronominaladjektive = Pronomen, die sich wie Adjektive deklinieren und verwenden lassen:

    • neuter, -a, -um – keiner (von beiden)
    • alter, -a, -um – der eine (von beiden)
    • alter ... alter – der eine ... der andere

    Kasus

    Als Kasus bezeichnet man die sechs Fälle im Lateinischen. Durch den Kasus wird deutlich, welche Beziehung das Nomen zu den anderen Satzgliedern hat:

    • Nominativ: Wer oder was? (pater – der / ein Vater)
    • Genitiv: Wessen? (patris – des / eines Vaters)
    • Dativ: Wem? (patri – dem / einem Vater)
    • Akkusativ: Wen oder was? (patrem – den / einen Vater)
    • Ablativ: Womit? Worüber? Wodurch? (patre – von / mit dem Vater / durch den Vater)
    • Vokativ (Pater! – Oh, Vater!)

    Präpositionen

    Das Wort Präposition stammt vom lateinischen Verb praeponere = voranstellen. Präpositionen sind also Voranstellungen. Sie stehen in enger Verbindung mit Nomen und Verben. Da sie Beziehungsverhältnisse zwischen Wörtern angeben, werden sie im Deutschen auch Verhältniswörter genannt. Im Lateinischen stehen sie, wie auch im Deutschen, zusammen mit verschiedenen Fällen bzw. lösen diese aus:

    • Präpositionen mit dem Akkusativ: ante – vor, post – hinter, nach, ad – zu, an, bei
    • Präpositionen mit dem Ablativ: a / ab – von, von ... weg, de – von ... herab, e / ex – von, von ... aus
    • Präpositionen mit Akkusativ und Ablativ: Bei Präpositionen, die mit dem Akkusativ und Ablativ stehen, verbindet man den Akkusativ immer mit der Frage Wohin? und den Ablativ mit der Frage Wo? (in – in, an, auf).
    • Präpositionen mit dem Genitiv: causa – wegen, gratia – wegen

    Regelmäßige Verben

    Im Lateinischen gibt es eine Vielzahl von regelmäßigen Verben, die nach einem bestimmten Schema gebildet werden. Hierbei spricht man vom sogenannten Konjugieren (lat.: coniugatio = Verbindung). Damit ist gemeint, dass sich ein Verb in Bezug auf Person, Tempus (Zeit), Numerus (Einzahl, Mehrzahl), Modus (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ) und Genus verbi (Aktiv, Passiv) anpasst. Dabei geht man von seiner unkonjugierten Ausgangsform aus. Diese wird Infinitiv genannt. Man unterscheidet beim Konjugieren zwischen verschiedenen Konjugationen:

    • der a-Konjugation
    • der e-Konjugation
    • der konsonantischen Konjugation
    • der kurzvokalischen i-Konjugation
    • der langvokalischen i-Konjugation

    Wie im Deutschen gibt es auch im Lateinischen die verschiedensten Zeitformen (Tempora). Dazu zählen:

    • Präsens (pugnat – er kämpft)
    • Imperfekt (pugnabat – er kämpfte)
    • Perfekt (pugnavit – er hat gekämpft)
    • Plusquamperfekt (pugnaverat – er hatte gekämpft)
    • Futur I (pugnabit – er wird kämpfen)
    • Futur II (pugnaverit – er wird gekämpft haben)

    Unregelmäßige Verben

    Im Lateinischen unterscheidet man, wie du es auch aus dem Deutschen kennst, zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Verben. Die Stammformen der unregelmäßigen Verben (lat.: verba irregularia) können nicht komplett mit Hilfe von festen Regeln (z. B. abgeleitet vom Infinitiv, Präsensstamm, etc.) gebildet werden. Einige Beispiele sind:

    • esse und seine Komposita (Adest. – Ich bin dabei.)
    • unpersönliche Verben (Ninguit. – Es schneit.)
    • unvollständige Verben (Coepi legere. – Ich habe angefangen zu lesen.)
    • Deponentien und Semideponentien (Loquor cum te. – Ich rede mit dir.)

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    Auf sofatutor findest du viele Videos, Übungen und Arbeitsblätter zu den oben genannten Aspekten der lateinischen Grammatik. So wirst du alle Themen mit Leichtigkeit erfolgreich lernen und wiederholen. Und wenn doch mal Fragen offen bleiben sollten, helfen wir dir gern im täglichen Hausaufgabenchat weiter – auch im Fach Latein!

    Vale und viel Erfolg beim Lernen!

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